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Mut ist nicht das laute Gebrüll,
sondern die leise Stimme am Ende des Tages die flüstert….
morgen versuche ich es wieder.

Nunmehr bin ich zu Gast bei den Eltern von Julia Löhr vom Sanitätshaus Löhr.

Julia lernte ich als engagierte Frau kennen und erlebe sie in beeindruckende Art und Weise.

Nunmehr bin ich zu Gast im Sanitätshaus Löhr in der Wilhelm-Leuschner-Straße und sitze an einem gemütlichen Tisch Ronald Löhr gegenüber.
Zwischen Rollatoren, Gehhilfen und sonstigen orthopädischen Produkten steht ein schöner Tisch mit zwei Bänken. Wären da nicht die Waren eines Sanitätshauses, könnte man sich vorstellen irgendwo nett bei einer Tasse Kaffee zu sitzen, welche ich auch gleich angeboten bekam.

Ich stellte meine erste Frage: „Seit wann besteht euer Sanitätshaus,“ und wurde mit dieser banalen Frage dieser Familie nicht gerecht.

Ronald Löhr lachte: „Wir haben 1999 per Zufall ein Sanitätshaus in Heusenstamm eröffnet.“

„Ich war seinerzeit Verkaufsleiter in der Medizintechnik.“
„Während eines Kundenbesuchs unterhielt ich mich mit einem Meister der Orthopädietechnik.“
„Irgendwie entwickelte sich das Gespräch in eine Richtung, die schlicht nicht geplant war.“
„Weder der Meister, noch ich hatten die Selbständigkeit in unserer Lebensplanung.“
„Innerhalb von 4 Wochen haben wir im wahrsten Sinne des Wortes ein Sanitätshaus aus dem Boden gestampft.“
„Die Idee war, dieses Unternehmen als Altersvorsorge und sozusagen als Hobby nebenbei zu führen.“
„Ich setzte den Meister als Geschäftsführer ein und nutzte das Sanitätshaus in Heusenstamm als Geldanlage.“
„Meine Frau führte die Buchhaltung, ein sehr guter Freund betreute uns als Steuerberater und los ging das Abenteuer im wahrsten Sinne des Wortes.“

„4 Jahre brauchten wir, um die Akzeptanz in Heusenstamm zu erlangen.“
„Das war eine sehr harte Zeit.“
„Sehr oft haben wir deutlich über das Aufgeben nachgedacht.“
„Heute sind wir wirklich dankbar, dass wir den Mut hatten, nicht aufgegeben zu haben.“

„Aus heutiger Sicht kann ich es nicht klar definieren, wodurch sich nach 4 Jahren der Knoten gelöst hat.“

„Von einem Tag auf dem anderen war es, als wären die Schleusen geöffnet.“

„Und wie bist du zu dem Sanitätshaus in Dietzenbach gekommen?“ „War das die logische Konsequenz,“ wollte ich wissen.

„Irgendwann wurde ich von zwei Dietzenbacher Ärzte angesprochen.“
„Ich bin schlicht deren Ruf gefolgt,“ grinste mich Ronald an.

„Ursprünglich war unser Sanitätshaus Dietzenbach im Ärztezentrum geplant.“
„Heute bin ich froh, dass wir uns in der Wilhelm-Leuschner-Straße niedergelassen haben.“
„Hier haben wir komfortabel 10 Parkplätze direkt vor unserem Geschäft.“
„Das könnten wir unseren Kunden im Ärztezentrum nicht ermöglichen.“

„Der einzige Wermutstropfen hier ist, dass wir uns mit unseren 10 Parkplätzen direkt gegenüber der Volkshochschule und der AWO befinden.“

„Dienstags und donnerstags ist hier Ausnahmezustand.“
„Die Besucher dieser beiden Institutionen nutzen unsere Parkplätze, so dass wir uns immer wieder in die Position bringen müssen, für unsere Kunden die Parkplätze zu verteidigen.“
„Da haben wir uns viel einfallen lassen.“

„Das Übliche,“ wollte ich wissen?
„Habt ihr Pfosten, Schranken und Ketten angelegt?“
Ronald lachte laut auf: „Nein, das ist nicht unsere Art.“
„Wir haben mehr augenzwinkernd versucht diese Besucher daran zu erinnern, dass die Parkplätze vor unserem Geschäft für unsere Kundschaft zur Verfügung gestellt werden, die oftmals nicht gut zu Fuss sind.“

„Wie habt ihr das gemacht?“
„Meine Frau hat 5 € Gutscheine mit dem Satz ‚Danke, dass Sie bei uns geparkt haben‘ an die Windschutzscheiben angebracht.“
„Selbstverständlich haben wir auch bei unseren Nachbarn VHS und AWO vorgesprochen.“

„Bei der Stadt haben wir einen Vorschlag zur Lösung unterbreitet, denn eigentlich ist die VHS und AWO eine öffentliche Einrichtung und müssen wie wir auch genügend Parkplätze ausweisen.“

„Das ist nachträglich nicht ohne Weiteres möglich, das ist uns auch klar.“
„Deshalb war unser Vorschlag, dass wir die ersten drei von unseren 10 Parkplätzen als Behindertenparkplätze ausweisen, dann können von uns aus die restlichen 7 von den Besuchern unserer Nachbarn genutzt werden.“

„Und, wie weit sind dahingehend eure Bemühungen,“ wollte ich wissen.
„Das ist doch ein wunderbarer Lösungsvorschlag und so was von einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

„Wir benötigen die Schablonen um die Parkflächen farblich zu markieren.“
„Wir würden die Farbe selbst kaufen,“ führte Ronald weiter aus.

Ich habe das Problem immer noch nicht erfasst und fragte erneut: „Und, wo ist das Problem.“
„Es liegt an den Schablonen.“
„Die Stadt kann diese nicht zur Verfügung stellen.“

„Das kann ich mir nicht vorstellen,“ und überlegte, wer der Ansprechpartner bei der Stadt sein könnte, um sich eine Schablone auszuleihen.
„Hast du etwas dagegen, wenn ich mal bei der Stadt vorspreche?“
„Ich habe die Stadt als sehr lösungsorientiert erlebt.“
„Ich würde mich freuen, wenn ich für alle Beteiligten eine Lösung herbeiführen könnte,“ und lächelte Ronald an.

 

„Abgesehen von der Parkplatzsituation würde ich gerne wissen, wie sich euer Sanitätshaus in unserem lauschigen Dietzenbach entwickelt hat.“
„Seit 5 Jahren seid ihr nunmehr hier.“
„War die Akzeptanz ähnlich mühsam, wie in Heusenstamm,“ wollte ich wissen?

„Ganz und gar nicht.“
„In Dietzenbach hat sich alles ganz anders gestaltet.“
„Hier sind wir dem Ruf zweier Ärzte gefolgt und sicherlich ist auch hilfreich, dass ich Dietzenbacher bin,“ strahlte mich Ronald an.

„Zwischenzeitlich hat sich viel getan.“

„Der Meister ist in seinen wohlverdienten Ruhestand gegangen und ich bin kopfüber in die Selbständigkeit nach 36 Jahren Festanstellung eingetaucht.“
2015 Sanitätshaus Löhr
„Wir haben nunmehr 10 tolle Mitarbeiter.“
„Beispielsweise ist da unsere Frau Katke.“
„Seit Anfang 2012 ist sie für uns tätig.“
„Wir können es uns ohne Frau Katke nicht mehr vorstellen.“
„…und unsere Aushilfe nicht zu vergessen.“
„Er selbst bezeichnet sich als ältester Azubi, da er täglich dazulernt.“
„Mit seinen 62 Jahren ist er im Vorruhestand und wollte einfach etwas nebenbei machen, um nicht einzurosten.“
„Per Zufall las er auf unserer Webseite, dass wir eine Aushilfe benötigen.“
„Seit März diesen Jahres ist auch er nicht mehr aus unserem Team wegzudenken.“
„Unsere Mitarbeiter sind eine einzige Freude und lassen uns vergessen, dass wir arbeiten,“ sagte Ronald und rief seinen Mitarbeiter zu: „oder wie seht ihr das?“

„Alle lächelten und winkten scheu ab.“
„Mit der gleichen Bescheidenheit wollten sie sich auch nicht fotografieren lassen.“

Pia und Ronald Löhr sind Eltern von 2 Töchtern und 1 Sohn. Seit 12 Wochen tauchen sie in ein weiteres Abenteuer ab, Sie sind Großeltern der ersten Enkelin.

Julia beeindruckte mich schon mit deren Engagement bei der Nachbarschaftshilfe.
Kürzlich besuchte Sie mich mit ihrem Patenkind, um welches sie sich kümmert, dass es vergessen lässt, dass sie „nur“ die Patentante ist.

Seit über 10 Jahre ist sie C-Trainerin im Geräteturnen und sucht nach einem neuen Verein.
Ich bin mir ganz sicher, dass Julia eine Bereicherung für jeden Verein darstellt.

Wenn ich mir diese Familie betrachte komme ich zurück zu der Überschrift von diesem Bericht.

Das Herz am rechten Fleck. Mutig und fleißig seid ihr durch alle Gezeiten geschippert und dennoch habt ihr den Humor nicht verloren.

An euren Kindern, an euren Mitarbeitern als auch an euren Kunden die ich heute teilweise kennengelernt habe beweist ihr: „Ihr habt alles richtig gemacht!“

„Mut ist nicht das laute Gebrüll, sondern die leise Stimme am Ende des Tages die flüstert… morgen, morgen versuche ich es wieder.“

„Schön, dass es euch gibt!“

Eure blaue Bank

2015 Sanitätshaus Besucher

Uwe Kerschbaumer, Nachbar und Freund von Familie Löhr kennen wir gut aus unserer Mitte.

 

 

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