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Die letzte Spargelwoche hat begonnen

Traditionell bin ich seit April zu Gast bei Ute und Karl-Heinz Kunz.
Für mich ist die Tradition bei Kunzes zu sein, das Ende der langen Winterzeit.
Zu Beginn der Spargelzeit zeigt sich Frühling noch von der kühlen Seite. Man trägt noch warme Sweaters und hält die Nase in jeden wärmenden Sonnenstrahl.
Zum Ende dieser Zeit beginnt der Sommer.
Ich empfinde meinen Traditionsbesuch bei Kunzes als Auftakt zur schönen Zeit des Lebens und freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr.
Jetzt hat die letzte Woche meines Urlaubs bei dieser wunderbaren Familie begonnen.
Mit Tränchen in den Augen blicke ich zurück.
 
Nicht nur mein Urlaub endet, sondern auch die gesamte Spargelzeit im Hofladen.
Dieses Jahr durfte ich länger bleiben.
Sozusagen boten mir die beiden Asyl, damit ich das Projekt der blauen Mitfahrerbank auf die Beine stellen konnte.

Ohne meine Kunzes hätte ich das nicht zusätzlich leisten können.
Dafür danke ich euch ganz herzlich.
Ich weiß, dass ich euch einiges zugemutet habe.
Im nächsten Jahr komme ich wieder und lasse mir etwas Schönes für euch einfallen.

Immer wieder verließ ich die Idylle des Hofladens um mich mit den fleißigen Helfern zu diesem Projekt zu treffen.
 
Ich werde sehr wehmütig und gleichermaßen entsteht in mir eine Gier.
Ein Jahr muss ich wieder darauf warten um frischen Spargel essen zu können.
Dieses Jahr empfand ich den Spargel noch besser.
Der Spargel war knackig, saftig und schmeckte herrlich.
 
Ich lege einfach eine Spargelwoche mit den gesammelten Rezepten ein und fange mit dem gebratenen Spargel mit groben Meersalz im Backofen an.
Ich mache jetzt einen Spargelbrunch…..
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….und jetzt hauchen wir Leben in ein Bühnenstück – die einzelnen Rollen 2

Fotografien made by Sascha Dreger

Das Set „Auftritt“ hat eine unglaubliche Entwicklung erlebt.
Zuerst stand der Patient mit dem Gesicht zur Wand und brabbelte seinen Text dort hin. Die Therapeutin währenddessen tut so, als würde sie sich auf das Gebabbel einlassen.
Gaby zeigt mal wieder in ihrem Minenspiel, wie viel man wortlos aus einer Rolle herausholen kann.
Reiner gibt weitere Regieanweisung.
Ich bin immer wieder überrascht, wie konzentriert dieser Mann scheinbar alles Wissen wie nebenbei aus dem Hut zaubert. Ich sehe immer noch keine Notizen auf seinem Skript.

„Reinhard, spreche doch bitte einmal leiser, fast flüsternd hinter dem Paravent und schaue nur ein wenig dabei hervor.
Das fühlte sich immer noch nicht richtig an.
Der Paravent wurde umgebaut und wurde zum Schrank.
„Stell dich bitte einmal in den Schrank und flüstere geheimnisvoller.“
Das wirkte schon ganz anders

.
„Gaby, gehe zu Reinhard in den Schrank und berühre ihn.“ „Die Situation ist eng und fast intim.“
Glaubt mir, es wurde noch mehr an diesem Set gefeilt. Die Worte bekamen durch diese Veränderungen eine ganz neue Dynamik und unglaublichen Witz.

Die Kombination dieser beider Schauspielerinnen ist wirklich gelungen.
Sie ergänzen sich perfekt und bedienen sich wechselseitig.
Die beiden mögen sich, was sicherlich zum Vertrauen im Spiel beiträgt.
Mir ist aufgefallen, dass sich beide Schauspielerinnen auch in deren Spiel bewundern.
Vielleicht gerade weil sie so unterschiedlich sind und sich ergänzen.

Dieses Set ist irre und brillant auf den Punkt gemimt.
Hier hat Reiner wieder einmal eine perfekte Ergänzung im Spiel erschaffen, was nur schwer nachzuahmen ist

Es sind so viele kleine Stellschrauben, die während der Entwicklung eines Stücks hier fein justiert und dort ordentlich geschraubt werden.


Ein wenig zu viel an Modulation kann den ganzen Witz nehmen.

Leise mit viel „Nonverbalem“ ist oftmals die Würze der jeweiligen Situation.


Das Wegsprechen, will heißen beiläufiges Erwähnen einer Aussage waren oftmals genau die wesentlichen Merkmale die selbst uns, die wir das Stück und die Sets schon x-Mal gehört haben schallend lachen ließen oder wie hier sind Worte überflüssig. Die Kraft der Aussage kommt durch das vermittelte Gefühl und das muss man erst einmal können. Es soll Menschen geben, die können das noch nicht einmal mit Worte. Hier in dem Stück „Liebe“ wird ein Gefühl vermittelt, das unter die Haut geht.

Es sind die Feinheiten und das Gefühl für Menschen und Worte, die ein Stück leben lässt.
Das Gefühl für Menschen beginnt beim Autor, springt als Funke durch den Regisseur auf die Schauspieler über und leben durch jede Persönlichkeit auf der Bühne.

Mir war in meinem Konsumverhalten bislang nicht bewusst, mit wie viel Herzblut diese Zunft bedarf.
Ich setze noch einen drauf.
Ich war mir nicht bewusst, was es bedarf so ein Stück auf die Beine zu stellen.

Niemand von uns ist sich darüber im Klaren, dass jeder dieser Menschen einem Tagwerk nachgeht, Familie hat und sich DANACH  meist zwischen 3-4 Stunden im Theater treffen, um dort konzentriert noch einmal alles zu geben.
Damit ist es nicht getan. Der Text muss noch gelernt werden und das ist enorm.


„Seid ihr nicht zum umfallen müde“, fragte ich sie gestern bei der Hauptprobe.
Es war deutlich nach 23:00 Uhr. Alle waren noch konzentriert dabei, wogegen ich vor Müdigkeit fast vom Stuhl rutschte.
„Was ihr euch antut,“ sagte ich laut denkend.
„Ich bin schon aufgeregt und werde nicht auf der Bühne stehen und muss den Text noch in- und auswendig können.“
„Wenn man es unter dem Aspekt sieht, magst du recht haben, jedoch ist es die Liebe zum Schauspiel die allen Aufwand fast vergessen lässt.“ „Natürlich sind wir müde und selbstverständlich stellen wir uns vor dem Auftritt meist ähnliche fragen.“
„Es ist schon ein wenig vergleichbar mit der Geburt eines Kindes.“
„Trotz allem Wissen um die Schmerzen einer Geburt und all dem was folgt, bekommen wir wieder Kinder!“
„Wenn wir auf die Bühne gehen und anfangen zu spielen, wenn die Zuschauer an den richtigen Stellen lachen, mitfiebern und zum Takt applaudieren, wenn der Schlussapplaus erfolgt und wir in die strahlenden Gesichter im Publikum schauen, ist es…. wie nach der erfolgten Geburt.“ „Die Schmerzen sind vergessen und man ist einfach nur zutiefst glücklich.“

Ich bin sehr berührt…

Morgen werde ich euch final vor der Premiere die Eindrücke schreiben….

 

 

 

 

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Surf n‘ Turf an Spargelsalat bei unseren Kunzes

„leicht verspätet komme ich der jährlichen Tradition nach den Sparschelanstich bei Ute und Karl-Heinz Kunz unserem Spargelhof in Dietzenbach beizuwohnen.

Heute am 15. April 2017, eine gute Woche verspätet ist es endlich soweit. Ich war kurzfristig entführt und durch meine Freunde der Polizei Dietzenbach wieder gerettet worden.

Der Hofladen ist proppenvoll. Großer Tipp am Rande, parkt unten auf dem Parkplatz und lauft das kleine Stück zum Hof. Es sind keine 50 Meter. Der Weg dorthin ist einspurig und ihr könnt es euch einfach nicht vorstellen, was hier los ist. Sommerschlussverkauf auf der Zeil ist nix im Vergleich zu hier.

Karl-Heinz Kunz trägt mich traditionell auf Händen auf meinen Platz. Read More